João Alves de Assis Silva zu Galatasaray

21. Januar 2010 von gspeppi

Nach dem australischen Innenverteidiger Lucas Neill hat Galatasaray auch seinen zweiten Wintertransfer aus der englischen Premier League getätigt. Der 22-jährige  João Alves de Assis Silva – vertraglich an Manchester City gebunden – wechselt zunächst bis zum Saisonende von Everton zu Galatasaray. ist in dieser Saison international nicht mehr für Galatasaray spielberechtigt, dürfte aber in den nationalen Wettbewerben den verletzungsbedingten Ausfall von Milan Baros kompensieren.

Nach den zwei Neuzugängen dürften die Transferaktivitäten Galatasaray in der Winterpause beendet sein.

Noch nicht endgültig geklärt ist, ob Galatasaray auch eine Kaufoption auf den brasilianischen Nationalspieler besitzt oder nicht.

Ricardo Costa zu Galatasaray?

5. Januar 2010 von gspeppi

Laut vermehrter Meldungen steht Wolfsburgs portugiesischer Abwehrspieler Ricardo Costa kurz vor dem Absprung zu Galatasaray Istanbul. Die türkische Nachrichtenagentur DHA vermeldet, dass sich beide Vereine geeinigt hätten.

Der 28-jährige Nationalspieler wäre die für die Innenverteidigung gesuchte Verstärkung und hat in dieser Saison bereits 5 Spiele in der Champions League für den VFL bestritten.

Nach der Einigung mit dem Verein werden morgen die Verhandlungen zwischen Galatasaray und dem Spieler erwartet.

Der beste Club der Welt – Teil 1

15. November 2009 von gspeppi

Wie soll man einer unbeteiligten Person erklären, dass man einem Fussballverein verfallen ist, mit allen Stimmungsschwankungen die in eine echte Beziehung hineingehören? Wut, Liebe, Freude, Leidenschaft, Eifersucht und Beleidigtsein…kann man das, indem man die Anzahl der Titel aufzählt? Auf ein dickes Bankkonto verweist? Wie kann man einer nur mäßig interessierten und rational veranlagten Person vermitteln, dass Herzrasen und schweißnasse Hände nicht nur in leidenschaftliche Beziehungen zu anderen Menschen gehören? Dass zwischenmenschliche Bindungen vielleicht sogar anfälliger sind, als die Hingabe zu einem…Fussballverein?

Den Hauch einer Ahnung kann man einer nicht-infizierten Person nur vermitteln, indem man auf subjektive, eigene Erfahrungen verweist. Galatasaray als erster türkischer Club, der international aufhorchen lässt und den ewigen Komplex der Unterlegenheit gegenüber dem „echten Euopa“ lässig abzuschütteln scheint. Ein volles Müngersdorfer Stadion mit 99% gelb-rot gekleideten Türken. Ein durchgeknallter schottischer Trainer, der eine überdimensionale Galatasaray Fahne in den Mittelkreis des Stadions von Erzrivale Fenerbahçe spießt. Galatasaray, das als völliger Underdog gegen den seit Jahren zu Hause ungeschlagenen Giganten Manchester United um Eric Cantona nach einer Viertelstunde 0-2 zurücklieg, dann noch 3 Tore im Old Trafford einschenkt und die Engländer letztendlich auch sensationell aus der Champions League wirft.

Das UEFA-Cup Finale gegen Arsenal in Kopenhagen, wo Thierry Henry in der Verlängerung und mit Golden Goal Regelung aus geschätzten 20 Zentimetern Entfernung einen Kopfball auf das Tor zimmert und das bisschen Leben, das man bis zu diesem Zeitpunkt geführt hat als Kurzfilm vor dem inneren Auge abläuft, weil man zum ersten Mal ahnt, wie sich ein drohender Herzinfarkt anfühlt.

Um also einer unbeteiligten Person ein wenig verständlich machen zu können, warum Galatasaray der beste Club der Welt ist, bedarf es auch an dieser Stelle zumindest einer Anekdote. Hier die Rahmenhandlung:

In der Saison 2005/2006 ist der Belgier Eric Gerets Trainer von Galatasaray. Dieser findet als Voraussetzung  einen finanziell maroden Verein und ein dünn besetztes Team vor. Keine Stars, einige wenige junge Talente wie Arda oder Aydın und mit Farid Ali Mondragon, Stjepan Tomas, Rigobert Song, Alioum Saidou, Marek Heinz und Saša Ilić Legionäre aus der B- oder C- Kategorie, weit entfernt von dem Glanz eines Hagi, Popescu oder Mario Jardel. Dazu einige Altgediente aus verblassenden UEFA-Cup-Zeiten wie Hakan Şükür oder Ergün. Härtester Konkurrent – wie häufig -  Fenerbahçe unter Trainer Daum und mit Spielern zum Zungeschnalzen: Anelka, Tuncay, Appiah, Aurelio oder Alex.

In der ersten Runde des UEFA-Cups scheidet Galatasaray gegen den norwegischen Verein Tromsø aus. Viel tiefer kann man kaum noch sinken, die Saison scheint zu diesem Zeitpunkt bereits gelaufen.

Tiefe Zerwürfnisse innerhalb des Präsidiums, Frust bei den Anhängern und Frust bei Spielern und Trainern, die ihre Gehälter nur schwer oder gar nicht mehr ausgezahlt bekommen. Zwischenzeitlich erscheinen die Profis aus Protest nicht mehr zum Training und Altstar Hakan Şükür hilft den jungen Spielern aus eigener Tasche mit Spenden aus, damit diese ihre Mieten und Rechnungen bezahlen können – wo zudem zum selben Zeitpunkt der neidische Blick über den Zaun Beklemmungen auslöst, wo Fenerbahçe gerade sein Stadion ausbaut und in Luxus und Dekadenz zu schwimmen scheint.

Mit sturer Verbissenheit lässt das Team in der Liga dennoch nicht locker und man liefert sich bis zur Endphase ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Fenerbahçe, Beşiktaş ist zu diesem Zeitpunkt bereits weit abgeschlagen auf Platz 3. Genau 3 Spieltage vor Ende der Saison liegen beide Mannschaften punktgleich an der Tabellenspitze, Fenerbahçe mit nahezu uneinholbarer Tordifferenz.

“20 Uhr 45″.

Es ist genau dieser Zeitpunkt, 3 Spieltage vor Schluss und mit einer satten 0-4 Niederlage gegen den Erzrivalen Fener im Rücken, an dem Vizepräsident Adnan Polat mit fast schon Hoeneßscher Logik in jede Fernsehkamera und in jedes Mikrofon davon spricht, dass „am letzten Spieltag um 20.45 Uhr dennoch “niemand anderes als Galatasaray den Meisterpokal in Händen halten wird”.

Weiter demnächst in Teil 2…

Elano Blumer wechselt zu Galatasaray

30. Juli 2009 von gspeppi

Der brasilianische Mittelfeldspieler Elano Ralph Blumer wechselt für angeblich 7 Millionen Euro von Manchester City zu Galatasaray und soll dort jährlich 3 Millionen Euro verdienen. Elano hat 32 Länderspiele für Brasilien gemacht und dabei 6 Tore erzielt.

Aus der Sicht des GalatasarayBlogs ein weiterer, höchst unerwarteter Transfer von Galatasaray. Selten wurden Transfers so still und heimlich und effektiv durchgezogen, wie in den letzten beiden Saisons. Der Hauptverantwortliche für die Transfers von Kewell, Baros, Keita, Rijkaard, Franco und nun Elano dürfte erneut Haldun Üstünel sein. Den üblichen Gepflogenheiten der Istanbuler Großclubs entgegen verzichtet der Vorsitzende der Fussballabteilung auf große Worte und viel Getrommel, keiner der Transfers wurde wie so häufig wochenlang vorher durch die Presse gejagt, kein anderer Funktionär im Verein mischte sich in die Transferaktivitäten ein – zumindest in diesen Belangen also ein wohltuend uneitler, konzentrierter und gemeinschaftlicher Prozess.

Macht der Transfer denn Sinn? Auch in diesem Punkt ist sich die Ein-Mann-Redaktion des GalatasarayBlogs einig: Absolut. Nach bisherigen Informationen ist Elano ein gradliniger, schnörkelloser offensiver zentraler Mittelfeldspieler, der zum zarten Mimöschen Lincoln einen angenehmen Kontrast darstellen wird. Geht man von einem 4-3-3 (oder eher 4-2-3-1) Spielsystem aus, so steht Frank Rijkaard mit Baros in der Spitze und Arda, Kewell, Keita und Elano für die Offensive gutes Personal bereit. Gerade in den Vorbereitungsspielen wurde deutlich, dass alleine Arda als Alleinverantwortlicher für die kreativen Momente im Spiel nicht ausreichen würde. Die großen Namen nehmen dem Team insgesamt viel Druck und lassen auch dem Youngster und neuen Kapitän Arda mit seinen 22 Jahren genug Raum, um sich weiter in Ruhe entwickeln zu können.

Franco – Hakan, Servet, Emre Güngör, Uğur – Mehmet Topal, Ayhan, Elano – Arda, Keita, Baros…das ist doch eine 11 mit der man durchaus leben kann…dazu noch Kewell, Nonda und Sabri auf der Bank und wer weiß, vielleicht lernt sogar eben dieser Sabri doch noch einmal das Schießen, wenn er im Training gut aufpasst, wie Elano das macht…

Keine gute Qualität aber ein okayer Eindruck hier:

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Ya tutarsa – Und wenn es klappt?

28. Juli 2009 von gspeppi

Über eine Sache sind wir uns im Grunde alle einig: Je mehr Sonne der Mensch abbekommt, um so emotionaler und temperamentvoller ist er, das ist stammtischwissenschaftlich erwiesen und führt unter anderem dazu, dass es für den türkischen Fußballfan kein Mittelding gibt, himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt, King of the World oder Scum, Europas Brasilianer oder Vierte-Welt-Entwickungsland. Eine ähnliche Einstellung prägt auch die Erwartung der Fans, wenn es zwei Mal im Jahr in die heiße Transferphase geht. Es gibt wohl kein Land der Welt, in dem 3 sich recht spinnefeinde Großclubs aus der gleichen Großstadt in einem solchen Ausmaß misstrauisch gegenseitig beäugen. Wer hat welchen Einfluss auf den Verband, wer hat mehr Nationalspieler, wer hat mehr Erfolge, wer hat mehr Geld, wer macht die tolleren Transfers?
Zeigt ein Club Interesse an einem Talent aus der Provinz, dann macht auch mindestens einer der anderen Clubs ein Angebot für diesen Spieler, recht unerheblich, ob man ihn braucht oder was der Trainer sagt. Die Liste der Spieler, die im Gezerre der Großclubs jämmerlich untergangen sind ist groß, letztes Beispiel ist der Transfer von Mehmet Topuz von Kayserispor zu Fenerbahçe:

Spieler wird seit Jahren von allen Clubs umworben
Beşiktaş einigt sich mit dem Spieler
Fenerbahçe einigt sich daraufhin mit dem Verein
Spieler sagt, er will zu Beşiktaşund lässt sich in entsprechendem Trikot ablichten
Kayserispor sagt, wir verkaufen Dich nur an Fenerbahçe, Du gehst oder Du bleibst
Spieler ziert sich, sieht ja auch doof aus, irgendwie jetzt
Fenerbahçe-Präsident fährt vor, packt den Spieler am Schlafittchen, zerrt ihn in seinen monstösen Wagen und fährt in nach Istanbul. Neues Trikot, neue Bilder. Aus die Maus.

In solch einer Atmosphäre laufen die Transferaktivitäten meist ab, man versucht sich gegenseitig zu übertrumpfen und gleichzeitig die Transfers der Konkurrenten kleinzureden. Kalli Feldkamp ist ein Opa, Roberto Carlos aber auch, von Aragones ganz zu schweigen, Lincoln ist eine Diva, Güiza aber auch, der war aber teurer, man musste schon wieder Daum holen, hätte aber Rijkaard holen können, wenn man nur gewollt hätte, wollte man aber nicht, klar. Kein Name ist zu größenwahnsinnig, als das er nicht genannt werden würde, von van Nistelrooy bis zu Ronaldinho ist alles dabei und das beste ist, es könnte sogar etwas dran sein.

Nüchtern betrachtet, hat die Türkei fußballerisch noch nichts erreicht, die Liga ist europaweit bis auf die Topteams eher zweitklassig und erst seit ein zwei Jahrzehnten spielt man eine Rolle bei internationalen Wettbewerben. Die Liga stellt somit eine Bühne für junge Talente oder abgehalfterte große Namen dar. Während die Talente vorzugsweise Kicker mit türkischen Wurzeln aus Deutschland, Holland oder Belgien sind oder aus Afrika und Osteuropa stammen, hat man in der Kategorie “Stars” schon einige Namen vorzuzeigen gehabt.
Alleine in dem letzten Jahrzehnt waren unter anderem Anelka, Carew, van Hooijdonk, Okocha, Jardel, Popescu, Ribéry, Kleberson, Ricardinho, Ortega, Carlos und der unvergessliche Hagi in der Türkei aktiv. Alle hatten eine Sache gemeinsam: Außer ihrer unbestrittenen fußballerischen Qualitäten hatten alle eine Macke, wie eine komisch aussehende Stelle, die einen dazu bringt, doch ein anderes, pralles Stück Obst in den Einkaufskorb zu legen. Was aber, wenn dieses suspekt aussehende Exemplar mit dem “Reduziert” Aufkleber sich als vollreifes, leckeres Früchtchen erweist und – um den unfassbar schlechten Obstvergleich fortzuführen – überraschenderweise genau die fehlende Zutat ist in einem schmackhaften Fruchtsalat? Dann hat man für vergleichsweise kleines Geld und geringes Risiko tatsächlich ein Schnäppchen machen können. Hagi war in Spanien unter seinem Niveau geblieben und bewies den Ehrgeiz, es in der Türkei zu packen und das Team um sich herum mitzuformen. Als Resultat sprangen Meisterschaften und der erste UEFA-Cup Sieg in der Geschichte der Türkei heraus. Unvergessen die “Rache” des Stars an Roberto Carlos im Supercup gegen Real Madrid:

Mit dem Sieg gegen die Madrilenen und dem Gewinn des Supercups, konnte sich Hagi wohl endgültig für weniger erbauliche Jahre in Spanien rehabilitieren. Auch nicht vorhersehbar war die dann doch erfolgreiche Zeit von bis dahin blutleer wirkenden ewigen Talenten wie Anelka oder Baros, letzterer spielt hoffentlich noch für einige Saisons bei Gala, ersterer ist gerade Torschützenkönig in der Premier League geworden.

Vor einigen Wochen hat Galatasaray jetzt Abdul Kader Keita verpflichtet, der Spieler von der Elfenbeinküste war erst vor kurzer Zeit für die Rekordablösesumme von 18 Millionen Euro von Lille nach Lyon gewechselt. Dort scheiterte das unbestritten große Talent leider kläglich und wurde jetzt für den vergleichsweise kleinen Betrag von 8.5 Millionen zu Galatasaray abgeschoben. In diesem Transfer steckt erneut so viel Ungewissheit – Ist Keita in der Lage sich zu disziplinieren, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, die Zeit in der Türkei als Chance zu begreifen, dann hat Galatasaray einen spektakulären Kauf gemacht und die Türkei sich erneut bewährt, als Rehaklinik und Kurort für die gestrauchelten und verwirrten

Auf die Schnelle…

30. Juni 2009 von gspeppi

Glückwunsch der U21 zum EM-Titel. Nur so nebenbei, jetzt wo sich der Kleine immer mehr hervortut kann man es auch lernen: Mesut Özil, das ’s’ in ‘Mesut’ wird scharf ausgesprochen, wie in ‘Messer’, also nicht Meh-zut. Dahingegen wird das ‘z’ in ‘Özil’ ausgesprochen, wie das ’s’ in ‘Mesut’ nicht ausgesprochen werden soll, also wie in ‘Simsalabim’, der Mensch heist also nicht Ötz-il.

Ist schließlich eine schöne, bunte, deutsche Nationalmannschaft und für korrekte Aussprache es ist nie zu spät, nicht wahr, Herr Réthy?

Transfergedöns Teil 2

17. Juni 2009 von gspeppi

Zugänge sind eine feine Sache, nicht weniger interessant dürften aber in dieser Saison auch die möglichen Abgänge sein. Der chronisch klamme Club wird leider immer wieder in der Situation sein, dass er seine Spieler ab einer bestimmten Schmerzgrenze ziehen lassen muss. Wie sehr tränt dabei das trübe Auge bei dem Blick auf die gehandelten Ablösesummen von Bayerns Franck Ribéry, der damals auf Grund fehlender Gehaltszahlungen ablösefrei von Galatasaray zu Olympique Marseille abwanderte. Schon in der vergangenen Saison wurde Fernando Meira mitten in der Spielzeit nach Russland verscherbelt, die folgenden Verletzungen der Verteidiger und die dann fehlenden Alternativen können unter anderem für das schwache Abschneiden in der Liga und das desolate Aus im UEFA-Cup verantwortlich gemacht werden. Interessante Kicker gibt es so einige im Kader, deshalb lohnt auch hier ein genauerer Blick…

Sicher: Morgan De Sanctis wurde nach Ablauf der Leihphase wieder nach Sevilla abgegeben. Ein Verlust für das Team, der Italiener war wohl der unscheinbarste und verlässlichste Keeper Galatasarays der letzten Jahre. Etwas besseres kann man in diesem Zusammenhang kaum wollen, oft genug stockte einem bei Aykut oder Orkun oder “Deli Hayro” Hayrettin bei Rückpässen oder Abschlägen früher der Atem.

Hasan scheint bei Galatasaray keine Zukunft mehr zu haben, will aber laut einiger Meldungen auch nicht wechseln und wird sommit wohl seine Karriere beenden. Einer der wichtigsten Spieler bei Galatasaray in den letzten Jahren, der auch noch einen eigenen Beitrag hier bekommen wird.

Höchst wahrscheinlich: Servet scheint aktuell für eine Ablöse von 8-9 Millionen € nach Marseille gewechselt zu sein. Das ist der herbe Verlust eines großartigen Kämpfers und einer Symbolfigur der letzten zwei Jahre – allerdings versüßt durch einen ordentliches Schmerzensgeld. Servet war vor 2 Jahren für 500.000e von Sivas nach Istanbul gewechselt.
Ümit Karan soll abgegeben werden, nur gibt es – wie seit Jahren schon – kaum Interessenten. Nach der unterirdischen Saison des Angreifers wäre eine Weiterverpflichtung allerdings tatsächlich ein Wunder.

Im Gespräch: An dem defensiven Mittelfeldspieler Mehmet Topal soll der FC Everton interessiert sein, ein recht langlebiges Gerücht. Insbesondere nach der guten Zeit von Tugay in England keine abstruse Vorstellung mehr.

Niemals: Arda Turan ist das Juwel des Vereins, der Podolski, der Totti Istanbuls, einer der schon als Dreikäsehoch als Balljunge hinter dem Tor stand und jubelte. Arda würde zumindest im Moment nur für Unsummen verkauft werden können, ohne dass es zu einer Revolte kommen würde.

Transfergedöns Teil 1

16. Juni 2009 von gspeppi

Ein fast schon unvermeidliches Ritual in der türkischen Süperlig sind die Transfergerüchte zur Saisonpause. Eine breite Palette an Tages- und Fussballzeitungen sowie die „Pflicht“ der Istanbuler Großvereine + Trabzonspor, sich gegenseitig mit Transfers in den Schatten stellen zu müssen, sorgen für ein unglaubliches Durcheinander an Gerüchten. Quasi jeder Spieler, der jemals bei transfermarkt.de gelistet ist, wird einmal durch die Arena getrieben, selbst die unmöglichsten Spieler sind zumindest einen kleinen Artikel wert, auf dass täglich viele Seiten bedruckt werden können.

Wer das ganze Chaos der Meldungen ernst nimmt, ist verloren, denn fast 95% sind absolut frei erfunden, inklusive der meisten Zitate von Spielern und Funktionären. Deshalb an dieser Stelle ein Überblick über den bisherigen Stand der Transferaktivitäten…denn in ist wer drin ist, also machen wir mit, beim Spekulationsroulette!

Zugänge:

Sicher: Mustafa Sarp, ablösefrei von Bursaspor, ein 28-jähriger Mittelfeldspieler, der nachweislich unterschrieben hat.

Möglich: Leo Franco, Keeper von Atletico Madrid, seit Monaten halten sich hartnäckige Meldungen, Verhandlungen haben definitiv stattgefunden, nur offiziell verkündet wird merkwürdigerweise noch nichts.

Unwahrscheinlich aber nicht dumm: Halil Altıntop – im Tausch mit Lincoln, ein höchst sinnvoller Transfer denn Halil wird bei Schalke nicht glücklich, würde seine Einsatzzeiten bekommen und für die Nationalmannschaft interessanter werden, international spielen und vielleicht endlich den Durchbruch schaffen, neben einem Mann wie Baros durchaus vorstellbar. Hingegen müsste Magath – wie seinerzeit bei Wolfsburg mit Marcelinho – Lust auf eine launische Diva haben. Ob den Schalkern die Rückkehr von Lincoln zumutbar ist, muss dabei aber bezweifelt werden. Andrij Woronin war vor einigen Wochen schon einmal ein Thema und würde gut ins Profil passen, allerdings gibt es noch keine Anzeichen des Vereins, dass man das Gespräch gesucht hat.
Lucas Neill, australischer Innenverteidiger von West Ham United ist ein Spieler, den man schon mehrfach haben wollte und der inzwischen ablösefrei zu haben wäre, vielleicht gerade wegen Harry Kewell ein vorstellbarer Transfer.
Zurab Khizanishvili, wieder ein Innenverteidiger aus der Premier League und georgischer Nationalspieler dürfte die namenlosere Variante von Neill sein, deshalb absolut für das schmale Portemonnaie von Gala gemacht.
Eidur Gudjohnsen, auch nicht zum ersten Mal ein Thema bei den rot-gelben und über den ehemaligen Barca-Trainer Rijkaard auch nicht völlig zusammenhangslos in den Raum geworfener möglicher Sturmpartner für Baros.

Ziemlich unmöglich: Hamit Altıntop, schon lange Jahre auf dem Wunschzettel von Galatasaray aber höchst unwahrscheinlich, bei einem Abgang von Ribéry dürfte der Musterprofi eigentlich sogar noch wichtiger für die Bayern werden – und sei es als Allzweckalternative von der Bank.

Bitte nicht…oder? Javier Saviola, in den letzten Jahren recht unmotiviert durch die Primer División verschachertes Sturmtalent.  
Yıldıray Baştürk
, so gut er auch ist, scheint weder sein Körper noch seine Motivation mehr dem Profifußball gewachsen zu sein. Gerade im grauen Ligaalltag im Winter auswärts in Gaziantep würde Yıldıray wohl keine Bäume ausreißen.
Ruud van Nistelrooy, extrem unwahrscheinlich aber dennoch hartnäckiges Gerücht, gealterter, verletzter Superstar, nach ManU und Real jetzt auf Abschiedstournee bei Gala? Nein danke, Katar oder Fenerbahçe bitte.

Science Fiction: Weslej Sneijder, Adrian Mutu, die halbe Ersatzbank von Barcelona

Hier geht es mit Teil 2 und den Abgängen weiter…!

Frank Rijkaard neuer Trainer bei Galatasaray

5. Juni 2009 von gspeppi

Frank Rijkard ist nach mehreren Berichten aus türkischen Medien und auch einer offiziellen Meldung auf der Homepage des Vereins neuer Trainer von Galatasaray. Nicht die bisher als mögliche Nachfolger genannten Kandidaten “aus Spanien” wie Juande Ramos oder Bernd Schuster, sondern der ehemalige Coach von Barcelona scheint somit das “Rennen” gemacht zu haben. Mit welchen Argumenten man den Sieger der Champions League von 2006 überzeugt hat, ist noch unklar, weder finanziell noch sportlich sieht es bei Galatasaray im Moment reizvoll aus. Rijkaard soll heute abend in Istanbul eintreffen und den Vertrag unterschreiben, mit ihm soll Johann Neeskens als Co seinen Dienst bei Galatasaray antreten.

Eine zunächst einmal positiv überraschende Entscheidung. Bei der sportlichen Perspektive mit der Qualifikation zur Europa League, dem stagnierenden Bau des neuen Stadions und der anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten hätte man eher auf eine Alibi-Packung vom Kaliber eines Friedhelm Funkel vermuten können. Wobei eine solche Entscheidung genau die richtige gewesen wäre, Trainer die aus wenig mehr machen, keinen Größenwahn pflegen, loyal sind und nicht nach Verstärkungen in der Größenordnung eines Scheichgeführten Premier League Clubs schreien. Solche Trainer sind aber leider für die Großen 3 aus Istanbul schwer vermittelbar, so dass es eben auch ein “Name” sein musste. Wie gut passt Rijkaard jetzt nach Istanbul? Denkt man an die Niederländer Beenhakker und Hiddink, so waren diese Holländer nicht sonderlich erfolgreich, auch Spieler wie Frank De Boer wurden nicht wirklich glücklich in Istanbul. Dagegen hat man an Pierre van Hooijdonk immer noch gute Erinnerungen.
Ein junger, erfolgshungriger Trainer wie Rijkaard dürfte eigentlich gut zu Galatasaray passen, vor allem nachdem seine letzten 2 Spielzeiten in Barcelona nicht mehr von Erfolg gekrönt waren.

Saisonabschlussbilanz

31. Mai 2009 von gspeppi

Die Saison ist beendet, Zeit für ein wenig Bilanz.

Trainerwechsel
Von den vier „Großen“ hat nur Fenerbahçe seinen Trainer nicht im laufenden Wettbewerb ausgewechselt. Bei Galatasaray kam Urgestein Bülent Korkmaz für Michael Skibbe, Beşiktaş tauschte Mustafa Denizli für Ertuğrul Sağlam aus und 5 Spieltage vor Ablauf der Saison musste Ersun Yanal bei Trabzonspor seinen Stuhl räumen. Während Beşiktaş eine furiose Aufholjagd startete und am Ende mit dem türkischen Pokal und der Meisterschaft das Double holte, kann davon ausgegangen werden, dass Europameister-Trainer Luis Aragones bei Fenerbahçe nur deswegen noch im Amt ist, weil seine Abfindung bei einer vorzeitigen Trennung enorm kostspielig hätte werden können.

Galatasaray und Bülent?
Die Tage von Bülent Korkmaz dürften mit dem Ende des Saison auch gezählt sein, nach der Entlassung von Michael Skibbe konnte kein nennenswerter Sieg mehr errungen werden, alle Derbies wurden verloren, im türkischen Pokal schied man sang- und klanglos gegen Sivasspor aus und im UEFA-Cup setzte es ein peinliches Aus gegen den HSV, nachdem man zu Hause schon mit 2-0 Führung fast sicher in der nächsten Runde war. Einziges Argument pro Korkmaz dürfte sein vergleichsweise niedriges Gehalt sein, was bei dem ewig klammen Verein keine unerhebliche Rolle spielen dürfte. Zwar geistern seit Wochen die Namen renommierter Trainer durch die Presse, (Houllier, Schuster, LeGuen, Adrianse), diese dürften aber wohl sowohl von ihren Gehaltsvorstellungen als auch von Ihren Transferwünschen kaum finanzierbar sein. Demnach sollte man sich nicht wundern, wenn der Verein sich plötzlich deutlich für einen Verbleib des Coaches ausspricht.

Der Kader
Was passiert jetzt mit Galatasaray in der kommenden Saison, nachdem man sich mit Mühe mit Rang 5 auf den letzten Platz für die Qualifikation zur Euroliga gekämpft hat? Einige Baustellen sind unübersehbar. Diva und Mimöschen Lincoln muss dringend den Verein verlassen. So unbestritten seine spielerischen Fähigkeiten auch sind, so sind seine Leistungen zu stimmungsabhängig, als dass man im Verein weiterhin seine Allüren hinnehmen kann. Spätestens mit der Rückrunde war Lincoln eine enorme Belastung für Mannschaft und Zuschauer und erneut wurde deutlich, dass dieser Egomane nur spielen kann, wenn er zu 150% und pausenlos gepudert und umschmeichelt wird.

Während Baros und Kewell der Mannschaft weitergeholfen haben, ist die Situation von Tobias Linderoth noch ungewiss. Der Schwede hat seit 2 Jahren keine Hand voll Spiele bestreiten können und leidet weiterhin an mysteriösen Verletzungen. Shabani Nonda, hinter Baros Stürmer Nr. 2 hat eine enttäuschende Saison hinter sich und dürfte auch auf der Liste derjenigen stehen, die bei entsprechender Gelegenheit abgegeben wird.

Vakant ist weiterhin die Position der Nr. 1 im Tor, nachdem Morgan De Sanctis nach Ablauf des Leihgeschäfts zurück nach Spanien zum FC Sevilla geht. Weder Orkun noch Aykut sind Torwärte von Format und scheinen auch keine Talente zu sein, die langfristig die Sehnsucht nach Größen wie Simoviç, Taffarel oder Mondragon stillen können. In der Abwehr fehlen mit Emre Güngör, Servet und Uğur Uçar drei Langzeitverletzte, mindestens ein erfahrener Innenverteidiger wird nach dem Abgang von Fernando Meira noch dringend benötigt.

Das Mittelfeld sieht bei Galatasaray noch am schönsten aus, wenn man davon ausgeht, dass kein Spieler an die Verteidigung ausgeliehen werden muss. Mehmet Topal, Ayhan und Barış auf den defensiven Positionen, Arda und Kewell offensiv klingen nicht schlecht, allerdings fehlt es dahinter an Qualität. Bei Mehmet Güven wartet man weiterhin auf den Durchbruch, Aydın kam in der Rückrunde kaum noch zum Einsatz. Einzige Hoffnung dürfte ein Verkauf von Lincoln und damit einhergehende Neuverpflichtungen sein.

Ausblick
Alles in allem ist die Personaldecke bei Galatasaray extrem dünn, das Portemonnaie fadenscheinig und der Druck enorm. Der Bau des neuen Stadions gerät wegen finanzieller Probleme immer wieder ins Stocken und man kann fast davon ausgehen, dass sich der Verein bis zum Abschluss der Bauarbeiten durch die kommenden Spielzeiten mogeln wird, um mit den dann neuen Einnahmequellen vielleicht einen Neuanfang zu beginnen. Bis dahin ist sportlicher Erfolg wohl nur durch mannschaftliche Höchstleitungen zu erwarten. Wenn es dagegen rumpelig läuft, kommen gerade einmal Saisons wie diese dabei herum.